Im Frühjahr 2003 konnte die lange geplante WG VII für Autisten und psychisch Kranke ihre Pforten öffnen. Sie wurde initiiert von HIPSY e. V. in Zusammenarbeit mit dem Verein Hilfe für das autistische Kind e. V.
Das Zusammenleben von Menschen mit Asperger-Autismus und psychisch kranken Menschen war anfangs ein Modellprojekt, das es in dieser Form noch nicht gegeben hatte. Betreut werden junge Erwachsene beiderlei Geschlechts.
Die Wohngemeinschaft ist für beide Personengruppen als lebenslanger Lebensraum vorgesehen, wobei sich unter Umständen für einige der psychisch kranken Mitbewohner ergeben kann, dass sie diesen Schutzraum nicht mehr benötigen und eine andere Wohnform für sich wählen.
Aufgenommen werden psychisch kranke Menschen, die seit Jahren an einer psychischen Erkrankung leiden und schon längere oder mehrfache Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken erlebt haben. Diagnostisch handelt es sich um Psychosen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline-Störungen oder Doppeldiagnosen.
Bei den Autisten handelt es sich um sog. "intelligente Autisten", die in der Diagnostik auch als Personen mit Asperger-Syndrom oder als "high-functioning Autisten" bezeichnet werden.
Die pädagogisch-therapeutische Wohngemeinschaft soll erwachsenen chronisch psychisch Kranken ein Leben außerhalb der Klinik ermöglichen und sie in ihrer Selbständigkeit fördern.
Für Autisten mit normaler Intelligenz soll sie Lebensraum ohne zeitliche Einschränkung anbieten. In schützendem, förderndem und auch forderndem Umfeld sollen sie sich ihren Möglichkeiten gemäß entwickeln können.
In der Wohngemeinschaft arbeitet ein multidisziplinäres Team aus Diplom-Sozialpädagogen und einer Diplom-Psychologin zusammen.
Durch Praktikanten und evtl. Zivildienstleistende wird unterstützende Arbeit geleistet.
Das Team erhält regelmäßige Supervision durch eine Psychologin, die mit der speziellen Problematik von Autisten vertraut ist.
Das Anwesen, ein freistehendes Haus mit großem Garten, liegt am Rande von Neuperlach und verfügt über zehn Einzelzimmer unterschiedlicher Größe. Gemeinsam können die Bewohner Esszimmer, Wohnzimmer, Küche und einen Hauswirtschaftsraum benutzen. Jeweils zwei Bewohner teilen sich ein Bad.
Das Zusammenleben von autistischen Menschen mit psychisch kranken Menschen ermöglicht es den Autisten, neue soziale Fähigkeiten zu erlernen.
Das Modellprojekt wurde vom Kostenträger, dem Bezirk Oberbayern, zunächst befristet auf drei Jahre, bis zum Frühjahr 2006. Angesichts der erfolgreichen Arbeit wurde es inzwischen auf Dauer verlängert.

Zurück zur Kurzinfo über diese WG